Hallo,
und zwar möchte ich mal wieder eine Anregung starten nach gegebenem Anlass heute für mich. Bei dem Thema handelt es sich gemäß dem Titel um die Frage, ob es sinnvoll wäre, die Länge von Autobahnsegmenten zu begrenzen.
Das soll zum Austausch einladen, deswegen denke ich, dass die Plauderecke vielleicht ganz gut passt. ![]()
1. Die Ausgangssituation
Ich war heute zur vielbefahrenen Zeit auf der A5 unterwegs. Dort folgen relativ knapp aufeinander Autobahnsegmente von 5 und 7 Km Länge. Link
2. Die Problematik
Zu Beginn war Stau. Das erste lange Segment war farblich rot markiert und es kam die Stauanzeige von Waze: noch 13 Minuten im Stau, ETA 21:02 Uhr.
Nach kurzer Zeit war der Stau aber zunächst vorbei und ich fuhr mit 130 km/h auf dem farblich noch rot markierten Segment, Die Stauanzeige ging recht schnell von 13 Minuten runter und die ETA lag schließlich bei 20:58 Uhr.
Am Ende dieses langen Segmentes staute es sich allerdings erneut. Dieser Stau erstreckte sich auch auf das darauffolgende lange Segment. Die ETA ging wieder nach oben, zunächst auf ca. 21:04 Uhr zum Ende des ersten langen Segmentes.
Der Stau hatte den Großteil des zweiten langen Segmentes zudem vereinnahmt und Waze schien diesen nicht richtig eingeschätzt zu haben. Die ETA stieg schlussendlich auf 21:15 Uhr und dass, obwohl viele Wazer unterwegs waren und Waze den Stau an sich erkannt hatte. Die Stauanzeige in der APP am Bildschirmrand ging umso langsamer rückwärts, also bedeutend länger als die ursprünglich geplanten 13 Minuten. Mit dieser ETA von 21:15 Uhr verließ ich den Stau und fuhr auf dem letzten Teil des rot markierten Segmentes mit wieder normaler Geschwindigkeit.
3. aktuelles Hemmniss für Waze in Bezug auf die Anpassungsfähigkeit an die Staugeschwindigkeit
Waze bestimmt die Geschwindigkeiten auf den Segmenten dadurch, dass die Durchfahrt von A->B genommen wird und sich daraus die gefahrene Geschwindigkeit auf dem Segment ergibt.
In meinem Beispiel gab es auf dem zweiten langen Segment, was größtenteils mit Stau belegt war, die Probleme, dass die ETA dazu sehr abweichend dazu kalkuliert wurde.
Meine Annahme ist die, dass Waze erstmal auf Nutzer angewiesen ist, die das staubelastete Segment passieren. Angenommen die Stauzeit auf längeren Segmenten beträgt schon mal an die 20 Minuten, dann hat Waze somit einen Zeitverzug zu den Staudaten von 20 Minuten!
Das könnte der Grund sein, warum Waze eventuell unnötig träge auf die sich stark wandelnden Geschwindigkeiten im Stau reagiert. Wenige lange Segmente weisen somit einen höheren fehleranfälligen Einfuss auf die ETA auf.
4. Aktuelles Hemmniss für Waze in Bezug auf die Anpassungsfähigkeit an die Lage des Staus
Die Staus in Waze können nur so genau sein, wie die Segmente kurz sind. Ein Segment hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit und kann als ganzes farblich markiert sein.
Durch lange Segmente kann es dazu kommen, dass auf 50% schwerer Stau herrscht und auf dem Rest frei Fahrt. Dennoch ist das Segment vollständig eingefärbt. Und so kann der Stau an beliebiger Stelle auf dem Segment auftreten, der Ort kann nicht genau eingegrenzt werden.
Ein Argument für größere Segmente ist, dass Staus somit großflächiger angezeigt werden. Zusammen mit dem vorstehenden Punkt kommt es dann allerdings dazu, dass jeglicher Veränderungen des Staus (Verlängerung/-kürzung, v.a. neue Segmente betreffen) dann nur sehr langsam erfasst werden.
Mehrere kleine Segmente können so schneller den Stau erkennen, und dann eine zielgerichtetere und den tatsächlichen Gegebenheiten angepasstere Stauanzeige liefern.
5. Fazit
Reicht das Stauende beispielsweise noch zu einem kleinen Teil in das vorherige lange Segment ist der Einfluss des Staus auf das ganze Segment zu gering und der Stau kann somit in der App zunächst nicht als länger werdend angezeigt werden. Aufgrund der langen Durchfahrtszeit ohnehin besteht bereits bei freier Fahrt eine größere zeitliche Verzögerung, um Geschwindigkeitsänderungen bei Durchfahrt zu efassen.
Eine Lösung bestende eben meiner Meinung darin, Autobahnsegmente auf vielleicht 3 Km zu beschränken. Nach meinen Überlegungen würde das zu einer schnelleren Anpassung an Staus in Sachen Geschwindigkeit und Lage führen.
Wie sich mehrere Nodes auf das Routing auswirken dürften, kann ich allerdings nicht abschätzen.
Ich hoffe, dass der Sachverhalt verständlich ist und freue mich auf Ideen.
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