Lieber Waze-Kollege Brandstaetter!
Die Motivation, den Mehraufwand dafür, getrennte Richtungsfahrbahnen in Waze abzubilden, bei vielen Abbiegestreifen als sinnvoll zu sehen, entstand bei mir, nachdem ich auf Fahrbahnen mit sehr vielen Fahrstreifen vor Kreuzungen nicht ausreichend früh Abbiegekommandos beim Navigieren erhielt. Zeitgerechte Abbiegekommandos wirst sicher auch Du Dir im Fall häufigerer Nutzung auf der Straße eines Tages von Waze wünschen, auch wenn das in Nicht-Navigationssystemen wie OSM keine Anforderung ist. Aber ich gestehe, während meiner ersten Editierversuche habe auch ich die Auswirkungen meiner Editierung auf zeitgerechte Abbiegekommandos noch nicht so in direktem Zusammenhang gesehen, wie ich dies heute mit doch inzwischen sehr viel Editier- und Navigationserfahrung tue. Die Sprach-Navigation ist ohne getrennte Spuren häufig so, dass man am rechten Fahrstreifen steht, und Waze sagt: “Links abbiegen” (hieße, man sollte am übernächsten Fahrstreifen links stehen), was aber dann zu spät ist, weil man das Kommando schon viel früher benötigen würde. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es das Ziel der Waze-Editierung sein muss, diese so durchzuführen, dass Navigierbarkeit erreicht wird und zeitgerecht Sprach-Abbiege-Kommandos kommen, wieviel Aufwand das auch immer bedeutet. Zeitgerechte Abbiegekommandos sind für Waze wichtig und mehr als
Dies ist ja bei den kommerziellen Navi-Systemen selbstverständlich, und Waze sollte dass Ziel haben, in der Navi-Funktion zumindest funktionell gleich gut wie andere Navi-Systeme zu sein. Das hat naturgemäß zur Folge, dass die Editierung von Navi-Systemen wegen der zeitkritischen Navi-Zusatzfunktionen gegenüber reinen statischen GIS-Systemen wie OSM etwas schwieriger ist. :idea: Ich stimme Dir nur dann zu, dass 2-Richtungsstraßenstücke ausreichend sind, wenn Kreuzungen so gestaltbar sind, dass auch so die Abbiegekommandos zeitgerecht zum Einreihen kommen. Andersfalls müssten Waze-Editoren einer tadellosen Navigierbarkeit Priorität einräumen gegenüber einem einfacheren Editieren.
Deine Empfehlung für mich, “mich in OSM auszutoben” sehe ich aus den beschriebenen Gründen eher für Dich selbst als ernsthaft ins Auge zu fassende Erleichterung, da das besonders für Personen Sinn macht, welche die aufwendigeren Anforderungen zur Umsetzung der Navi-Funktionen von Navi-Systemen gegenüber GIS-Systemen nicht in Kauf nehmen möchten, oder eben nicht zum Ziel haben, ein auch beim Abbiegen sehr gut navigationsfähiges System mitzugestalten. Da Du diese Worte selbst so gewählt hast, gehe ich davon aus, dass eine so formulierte Empfehlung für Dich ganz OK und im Einklang mit den Waze-Verhaltensregeln ist, ich persönlich würde einen Rat an Dich irgendwie anders ausdrücken, auch ohne Waze-Verhaltensregeln. Editieren könntest Du bei OSM auch, und zwar so einfach, wie Du es ja wünschst, und mit dem Mehraufwand, Navigierbarkeit zu erreichen, müsstest Du Dich dann gar nicht belasten. Bei OSM beschränkt sich im Unterschied zu Waze alles nur auf den PC, und einer Überprüfung des Editierten auf der Straße müsstest Du Dich dort gar nicht stellen.
Ich muss dir leider in einigen Punkten widersprechen, und da Du das hier so ausführlich breitgetreten hast, werde ich versuchen auf deine Argumente einzeln einzugehen.
So weit so gut. Allerdings sind die von mir kritisierten Punkte oft Stellen, bei denen eine derartig genaue Modellierung nicht nötig ist, oder durch das Auto-Update von Waze zerstört wird, weil auf das locking vergessen wurde.
OSM ist navigierfähig, bietet sogar wesentlich mehr Funktionen (eingeschränkte Fahrerlaubnis, Geschwindigkeitsbeschränkungen etc. Aber das ist nicht der Kernpunkt meiner Aussagen.
Freut mich für Dich.
Ich bekomme die meisten Abbiegekommandos rechtzeitig. 800m und 200m vorher. Und wenn zu viele Kreuzungen in zu geringem Abstand sind, dann kommen einige Anweisungen oft falsch. Wo nötig sehe ich es durchaus angebracht, Kreuzungen detaillierter und eventuell sogar komplexer als auf den ersten Blick nötig in Waze darzustellen; so wie es derzeit an einigen Stellen gehandhabt wird und prinzipiell fast jede einzelne Spur darzustellen, sowie Dinge einzuzeichnen, die aufgrund der GPS Auflösung der Endgeräte gar nicht so genau wahrgenommen werden können, find ich halt einfach sinnlos und kontraproduktiv.
Dann sind wir uns ja einig.
Es ist für mich trotzdem klar die Aufgabe der Endgeräte, Anweisungen aus dem Kartenmaterial korrekt zu geben.
Schau Dir bitte mal an, was alles so mit OSM möglich ist, danke.
Wie gehen wir es denn bei Kreisverkehren an, bei denen es kurze, getrennte An- und Abfahrtsstreifen gibt? Zahlt es sich aus, das wie hier http://world.waze.com/cartouche_bing/?zoom=7&lat=48.22808&lon=14.48263&layers=T0FTFFFFFFTFFFFFFTTTT getrennt zu modellieren, oder sollen wir es auf eine Spur reduzieren? Welchen Sinn würden getrennte Streifen machen? Ich erkenne eigentlich keinen, könnte mir hingegen sogar vorstellen, dass es eher zu falschen Ansagen führen könnte, weil es plötzlich nicht mehr heißt, “nehmen sie die 3. Ausfahrt” sondern “nehmen sie die 6. Ausfahrt”, weil es doppelt so viele Junctions sind. Aber kann eh sein, dass Waze so intelligent ist und nur die zählt, wo auch die Richtung stimmt. Bei der getrennten Version muss man auf jeden Fall dort, wo die Streifen wieder zusammenlaufen eine Turn-Restriction einbauen, damit Waze nicht verleitet wird, ein Wende-Kommando zu geben.
Wenn man die GPS-Points einschaltet, sieht man, dass diese in diesem Fall beim großen Kreisverkehr Ennshafenstraße eher dem getrennten Verlauf folgen:
Würde man diese in der Realität weit getrennten Straßenstücke beim KV Ennshafenstraße zu einer Straße zusammenfügen und nicht locken, so würde Waze nach häufigem Befahren von Wazern in deren Archiven wieder getrennte Stücke anlegen oder eventuell nicht der Realität entsprechende Stücke hin und her verschieben. Bei zu großen Abweichungen von der Realität werden im Fall von Einschalten der Straßenwalze neben existierenden Straßen immer wieder neue Fragmente angelegt, was so nicht so leicht geschieht, und man hat damit weniger wiederkehrende Aufräumarbeiten zu erwarten. Auch die Navigationskommandos und am mobilen Gerät sichtbaren Meter-Angaben bis zum nächsten Abbiegen beim KV kommen so am ehesten der Realität entsprechend. Bei meinem HTC 6500 stimmen diese Angaben meist sehr genau (<10m), wenn die Straßen richtig angelegt sind. Stimmt dies unterwegs nicht, so sieht man auch auf genauen Arials wie heute mit cartouche_bing die Abweichungen sehr gut.
An Hand von mehreren Kreisverkehren mit getrennten Spuren, die ich oft fahre, weiß ich, dass Waze nur die Straßen in abgehende Richtung ansagt, einmündende Straßen werden bei der Ansage richtigerweise ignoriert.
Bei Google Maps sieht man, dass in diesem Fall beim Kreisverkehr Ennshafenstraße die einmündenden Straßenstücke klar und weit baulich getrennt sind.
Ich glaube, wir benötigen für Kreisverkehre keine eigene Regel, die vorhandene Regelung im Waze Wiki "Trennung in 2 Einbahnstraßen & “Separating Line” kann man auch genauso bei Kreisverkehren anwenden.
Ich habe in Cartouche nach dem Wort Kreisverkehr gesucht. Bei allen so gefundenen Beispielen in Deutschland mit baulich getrennten KV-Straßen wird es auch so gehandhabt, als Beispiel ein Kreisverkehr in Siegburg. Sind die einmündenden Straßen nicht baulich getrennt, so sollen die Straßen auch in Waze nicht getrennt abgebildet werden.
Falls jemand sich beim ersten Anlegen eines KV (oder überhaupt nicht) die Zeit zur genauen Nachbildung nehmen will, ist es natürlich besser, zunächst einmal irgendwie die Navigierbarkeit zu erreichen, zur Not auch mit einer Kreuzung statt eines Kreisverkehrs. Einen Kreisverkehr später genauer machen kann ja immer noch jemand, der sich Zeit dafür nehmen will und ein hochgenaues Arial zur Verfügung hat, was ja jetzt mit Cartouche Bing nicht mehr nur sehr gut informierten, sondern allen zur Verfügung steht. Ist ein Kreisverkehr jedoch einmal dem im Wiki formulierten Ziel entsprechend richtig angelegt, so würde ich keinen Sinn oder Vorteil sehen, ihn wieder zurückzubauen. Vorübergehend können ja auch Autobahnen ohne getrennte Richtungsstreifen angelegt werden, um schneller navigierbar zu werden.