Kreuzungsboxen

Stand 19.11.2025

Anmerkung: Zur besseren Veranschaulichung und Erklärung dieser Anleitung werden das JAI-Skript sowie die Anzeige verbotener Abbiegungen (auch ohne Segmentauswahl) verwendet.

Wozu brauchen wir Kreuzungsboxen?

Kreuzungsboxen dienen in erster Linie der präzisen Kartierung komplexer Kreuzungen.
Sie ermöglichen die Definition spezifischer Anweisungen, Verbote, Beschränkungen und Fahrspuren für jede einzelne Fahrtbeziehung.
Zusätzlich wird für jede Fahrtbeziehung eine separate Zeitmessung durchgeführt, was insbesondere bei Kreuzungen mit variierenden Durchschnittsgeschwindigkeiten zu genaueren Auswertungen und besseren Routingergebnissen führt.

Limitationen

Wie erstellen wir eine Kreuzungsbox

Bevor wir eine Kreuzungsbox hinzufügen, müssen alle Segmente in ihrem Bereich vollständig kartiert sein.
Es ist entscheidend, dass Fahrtrichtungen und alle vorhandenen Einschränkungen korrekt erfasst sind, da diese Attribute nach dem Anlegen der Kreuzungsbox nicht mehr geändert werden können.

Nachdem dies erfolgt ist, erstellen wir mit der Funktion „+ Straße → Kreuzungsbox“ ein Polygon um die äußeren Kreuzungspunkte der Segmente, die in die Kreuzungsbox einbezogen werden sollen.


Wenn das Polygon vollständig gezogen ist, beenden wir den Vorgang mit einem Doppelklick.

Nach dem Speichern färbt sich die Kreuzungsbox gelb, sodass wir die Pfade innerhalb der Box besser erkennen können.

Wenn wir die Kreuzungsbox auswählen, sehen wir in der Seitenleiste ein Feld für Name und Adresse.
Im Namensfeld tragen wir den Grund der Kreuzungsbox ein (z. B. Zeiterfassung, Lanes, TG usw.).

Zusätzlich werden die vorhandenen Einfahrten angezeigt.
Bewegen wir den Mauszeiger über eine mögliche Einfahrt, wird das entsprechende Segment auf der Karte hervorgehoben.
Durch Klicken auf eine Einfahrt wird diese markiert, und die möglichen Kreuzungsbox-Ausfahrten werden sichtbar.
Das Einfahrtssegment kann auch direkt ausgewählt werden.


Die angezeigten Pfade innerhalb der Kreuzungsbox lassen sich direkt über die Seitenleiste per Klick auf die Ausfahrten aktivieren oder deaktivieren.
Empfehlenswert ist jedoch, die Pfade über die Pfeile am Ende der jeweiligen Pfade zu steuern, da dort erweiterte Einstellungen und Hinweise auf Einschränkungen angezeigt werden.

Steuerung der einzelnen Pfade über die Pfeile am Ende eines Pfades

Sobald ein Einfahrtssegment markiert ist, werden die möglichen Kreuzungsbox-Ausfahrten angezeigt.
Die entsprechenden Pfade sind farblich gekennzeichnet: Grün steht für möglich, Rot für verboten.
Rote Pfade haben in der Ansicht Vorrang und überlagern gegebenenfalls einen grünen Pfad, solange dieser nicht ausgewählt ist.

Detaillierte Informationen zu den Pfaden werden sichtbar, wenn wir den Mauszeiger über den Ausfahrtspfeil bewegen.
Durch Klicken auf den Ausfahrtspfeil kann die jeweilige Fahrbeziehung erlaubt oder verboten werden.

Zusätzlich können im Popup-Menü weitere Einstellungen vorgenommen werden – ähnlich wie bei normalen Abbiegepfeilen.
Diese Optionen, wie z. B. Anweisungen, Beschränkungen, Abbiegesperren oder die Einstellung „schwierige Abbiegung“, gelten ausschließlich für den jeweiligen Pfad und dessen Fahrbeziehung.

Abbiegeverbote innerhalb einer Kreuzungsbox beeinflussen auch die Routenplanung.
Wenn wir beispielsweise eine Route zulassen möchten, die eine verbotene Abbiegung innerhalb der Kreuzungsbox enthält, erhalten wir einen Hinweis, dass diese Abbiegung ebenfalls erlaubt wird.

Die verbotene Fahrbeziehung muss daher über den Pfad des Einfahrsegments unterbunden werden, an dem die Abbiegung nicht möglich ist.



Auswahl der Route

Wenn zwischen Einfahrt und Ausfahrt mehrere Routen möglich sind, ist darauf zu achten, dass die gewünschte Route korrekt eingestellt ist.


Besonderheit: U-Turn bei Kreisverkehren mit weiteren Segmenten

Wird eine Kreuzungsbox über einen Kreisverkehr und zusätzliche Segmente gelegt (z. B. um einen Bypass zu erzwingen), wird das Wenden im Kreisverkehr aus dieser Richtung automatisch unterbunden.
In diesem Fall muss das Wenden manuell über die Routenauswahl des Pfades wieder erlaubt werden.



Ein Pfad wirkt nur, wenn er komplett befahren wird

Einstellungen, die für einen Pfad festgelegt sind, werden nur wirksam, wenn der gesamte Pfad vollständig befahren wird.
Beginnt oder endet die Route innerhalb einer Kreuzungsbox, gelten diese Pfade nicht.
Dies kann teilweise vorteilhaft genutzt werden (siehe Anwendungsfälle), muss jedoch bei der Erstellung berücksichtigt werden.

Auch bei Neuberechnungen der App innerhalb der Kreuzungsbox (etwa nach einem Abweichen von der ursprünglichen Route) ist dieses Verhalten relevant.

Beispiel:
Der U-Turn wurde für die Fahrt aus Richtung Süden kommend verboten.
Dieses Verbot greift jedoch nicht, wenn das Routing z. B. auf Höhe der Hausnummer 16 beginnt und an der B98-Querstraße die U-Turn-Prevention nicht mehr aktiv ist.


Lanes innerhalb einer Kreuzungsbox

Im Einfahrtssegment einer Kreuzungsbox können Folgeanweisungen (Far-Lanes) platziert werden.

Im Reiter „Fahrstreifen & Fahrbahnbreite“ werden sowohl direkte Abbiegungen als auch erlaubte Abbiegungen über Pfade als Folgende Anweisungen angezeigt.
Im Gegensatz zu den direkten Anweisungen sind die hier dargestellten Pfeile noch nicht vordefiniert.

Nach der Auswahl eines Pfeils kann die Position der Fahrspuranzeige bestimmt werden – entweder am Einfahrpunkt (Pull) oder am Punkt der ersten Ansage (Push).
Bei der Einstellung „Waze-Standard“ entscheidet die sogenannte 50-Meter-Regel:

  • Liegt der Punkt der ersten Abbiegung mehr als 50 m vom Einfahrpunkt entfernt, wird am Einfahrpunkt eine „weiter geradeaus“-Anzeige gezeigt.
  • Liegt der Punkt der ersten Abbiegung weniger als 50 m entfernt, wird die Anzeige standardmäßig zum Punkt der ersten Abbiegung verschoben.

Bei Pfeilen, die eine Geradeausrichtung anzeigen, kann zusätzlich zwischen den Optionen „mit Stimme“ oder „ohne Stimme“ gewählt werden (Funktion Voice).

Es ist darauf zu achten, Lanes nicht zu mischen.
Werden Lanes über Far-Lanes gesteuert, sollten die Heuristic-Lanes entfernt werden.

Wenn es bei den Lanes noch technische Probleme gibt, wird an der betreffenden Kreuzung ein Ausrufezeichen angezeigt.
Beim ersten Setzen der Lanes erscheint dieses Symbol ebenfalls und verschwindet erst, wenn die Lanes korrekt gesetzt und gespeichert sind.
Solange das Ausrufezeichen sichtbar ist, werden die Lanes in der App nicht angezeigt.
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Lanes bei Einfahrten von Kreisverkehren

Um die Orientierung bei der Einfahrt in einen Kreisverkehr zu erleichtern, können im Einfahrtssegment entsprechende Fahrspuren angelegt werden.
Fahrspuren innerhalb eines Kreisverkehrs sind derzeit nicht umsetzbar.


Anweisungen und Sprachanweisungen auf einem Pfad einer Kreuzungsbox

Es besteht die Möglichkeit, auf jedem Pfad einer Kreuzungsbox Anweisungen (TurnGuidance) und Sprachanweisungen festzulegen.

Am Einfahrpunkt werden anschließend die eingestellte Anweisung und/oder die Sprachanweisung wiedergegeben.
Wenn Lanes zum ersten Abbiegepunkt gepusht werden, verschiebt sich auch die zugehörige Anweisung dorthin.

Zu beachten:
Alle auf Standard eingestellten Sprachanweisungen innerhalb der Kreuzungsbox auf dem jeweiligen Pfad werden dabei ignoriert.


Manuell überschriebene Sprachanweisungen werden zusätzlich weiterhin angesagt.


Weitere Links

Zusätzliche Informationen zum Spurassistent
:link: Spurassistent

Zusätzliche Informationen zu Anweisungen (TurnGuidance) findest du hier:
:link: Anweisungen auf Pfeilen

Grundsätzliche Informationen zu Sprachanweisungen findest du hier:
:link: Sprachanweisungen über Pfeile


Anwendungsfälle von Kreuzungsboxen

Die primäre Funktion von Kreuzungsboxen besteht darin, komplexe Kreuzungen abzubilden – insbesondere solche mit variablen Fahrzeiten.
Darüber hinaus gibt es weitere, in kleinerem Rahmen sinnvolle Anwendungsszenarien.

U-Turn Prevention

Mit einer Kreuzungsbox können wir die automatische U-Turn Prevention umgehen.

Standardmäßig sind U-Turns erlaubt und müssen – falls nicht erwünscht – auf dem entsprechenden Pfad deaktiviert werden.

Ist ein U-Turn gewollt, sollte die Sprachanweisung auf „Wenden“ gesetzt werden, damit nicht zweimal „Biege links ab“ angesagt wird.

Anlieger frei nur von einer Seite

Wenn für eine Verbindungsstraße nur von einer Seite ein Einfahrverbot außer für Anlieger ausgeschildert ist, können wir eine Kreuzungsbox nutzen, um den Durchgangsverkehr gezielt zu unterbinden.

Wird der entsprechende Pfad verboten, bleibt eine Navigation in die Kreuzungsbox weiterhin möglich, sofern das Ziel innerhalb der Kreuzungsbox liegt.

Beispiel:
Wazer, die eine Adresse in der Verbindungsstraße erreichen möchten, können diese auch aus südlicher Richtung anfahren.
Eine Durchfahrt von der unteren zur oberen Hauptstraße wird durch eine entsprechende Sperre verhindert.

Eine Bypass-Lösung wäre hier ungeeignet, da Anlieger in diesem Fall immer über die obere Hauptstraße geleitet würden.
Dies ist nicht praktikabel, da von dieser Seite lediglich eine Beschränkung für LKW besteht.