Richtungsangaben an Kreuzungen analog zu Rampen

Hallo Wazer,

auf die Gefahr hin, mich mit meinem ersten Beitrag gleich unbeliebt zu machen :smiley: möchte ich eine Diskussion anregen, ob man an Kreuzungen von Haupt-, Landes- und Bundesstraßen die Segmente analog zu Rampen mit Richtungsangaben benennt. Hierzu sollte man sich dann an den Wegweisern (in DE die gelben Schilder) orientieren.
Dies erleichtert es m. E. dem Fahrer, sich zu orientieren und bei komplexen Kreuzungen die richtige Abzweigung zu erwischen.

Beispiel:
Die Segmentbezeichnung „> Musterstadt“ (Ansage „Biegen Sie ab in Richtung Musterstadt“) ist hilfreicher, als „L123“ (Ansage „Biegen Sie ab zur L123“). Eine Kombination ist auch möglich, z. B. „L123 > Musterstadt“ (Ansage „Biegen Sie ab zur L123 Richtung Musterstadt“).

Ggf. können hierfür auch extra kurze Segmente (< 5 m) erstellt werden. Diese werden ja von Waze statistisch nicht berücksichtigt und führen auch nicht zu Penaltys durch zusätzliche Kreuzungen, da es sich meist um Fake-Nodes handeln wird (siehe https://wiki.waze.com/wiki/index.php/Wie_Waze_Routen_kalkuliert „Straßentyen und Kreuzungen“).

Der einzige mir derzeit ersichtliche Nachteil ist, dass dann die Funktion “Gesamte Straße” etwas eingeschränkt wird.

Ist erst mal ein Vorschlag, falls das auf Anklang stößt, muss man sicherlich noch ein paar Regeln / Richtlinien definieren, z. B. dass maximal zwei Orte genannt werden, auch wenn auf dem Wegweise sehr viele draufstehen.

Ich freue mich über Rückmeldungen.

Viele Grüße
DeBeni188

Hallo DeBeni188,
solche Überlegungen gab es schonmal und an Kreuzungen wo es spurentechnisch möglich ist, wird das zum Teil auch so gemacht.
Das Problem ist, dass man an den meisten Kreuzungen dafür extra neue Segmente einfügen müsste. Man kann ja einem Zweibahn-Segmant nur einen Namen geben, obwohl es zwei Richtungen hat. An einer einfachen Kreuzung (+) müssten man also jede einmündende Straße in zwei (oder sogar mehr) Einbahnstraßen aufsplitten, was ganz massiv gegen das KISS Prinzip verstoßen würde.
Das mit den kurzen Segmenten <15 m ist so eine Sache. Waze kann sich da ziemlich unberechenbar verhalten. Ja, in der Regel werden diese nicht berücksichtigt, aber nicht nur für die Penalty-Berechnung, sondern für das gesamte Routing, sodass Waze sie ggf. komplett ignoriert und gar nicht darüber fahren will. Aber das muss nicht immer zutreffen, wir haben auch schon Fälle gesehen, in denen Waze da ganz wilde Manöver fahren wollte.
An Krezungen, die aufgrund ihrer Form auch in der Waze Karte getrennte Spuren haben müssen, dürfen auch Richtungen im Namen mit angegeben werden, z.B. an Straßen, die ähnlich wie Autobahnauffahrten zu einer größeren Bundesstraße führen.
Grundsätzlich ist es aber von den Waze-Entwicklern auch gar nicht vorgesehen, dass solche Richtungsanweisungen erfolgen, eigentlich ist das nur ein “Hack” der Community, die herausgefunden hat, dass sich der Straßenname ganz schick dafür “missbrauchen” lässt. :wink:

Gruß
Gordonski

Hallo Gordonski,

danke für die Antwort, das hat mir bereits weiter geholfen.

Allerdings sehe ich keinen Verstoß gegen das KISS Prinzip. Deine Ausführungen kann ich nicht bestätigen.
Im Falle der Richtungsangaben interessiert ja nur, wie die von der Kreuzung abgehende Straße heißt. Eine Straße führt immer in genau eine Richtung. Wenn jemand aus dieser Richtung kommt, interessiert ihn der Straßenname ja nicht. Man braucht hier nicht auch die entgegengesetzte Richtung zu benennen. Insbesondere bei einer einfachen Kreuzung gibt es diesbezüglich überhaupt keine Probleme. Komplexer wird es nur, wenn ein Segment zwei Kreuzungen miteinander verbindet. Bei ohnehin komplexeren Kreuzungen z. B. mit getrennten Fahrstreifen ließen sich die Richtungsangaben genauso einfach anwenden.

Ich habe mir mal etwas Zeit genommen und den Sachverhalt bildlich dargestellt.
Einfache Kreuzung, wie sie heute existiert:
http://pl.vc/rdxe

Dieselbe Kreuzung mit Richtungsangaben:
http://pl.vc/5wnq7

Komplexerer Fall, wenn ein Segment zwei Kreuzungen verbindet:
http://pl.vc/1srwm

Hier müsste wie gesagt in das verbindende Segment mindestens eine zusätzliche Kreuzung eingefügt werden. Beim passieren dieser Kreuzung wird auch keine falsche Ansage kommen, sondern nur (wenn überhaupt) “Fahren Sie weiter geradeaus”.

Um Ansagen kurz zu halten, käme hier wieder eine Maximala Anzahl an Zielen in Frage. Drei sind fast schon zu viel.

Ich hoffe das hilft weiter.

Viele Grüße
DeBeni188

Genau das ist der Punkt. Du kannst eine two-way-Straße nur mit einem Namen versehen, der dann in beide Richtungen gilt und daher auch jedem angesagt würde, der auf die Kreuzung zufährt (und daher für ihn genau die falsche Richtung ansagen würde).
Eine Aufteilung in zwei one-way Straßen, damit man für beide Fahrtrichtungen verschiedene Namen->Ansagen einbauen könnte, würde dem KISS-Prinzip widersprechen, ebenso schon auch die unnötige Hinzufügung einer Abbiegespur.

Überleg einmal, was beim Übergang zwischen den Elementen zwischen den beiden Kreuzungen passieren würde, wenn jemand von Ost nach West fahren würde?
Genau, er würde eine Ansage “L1 Richtung Berlin / München / Hamburg” erhalten, obwohl er ja nach Köln / Düsseldorf / Stuttgart fährt.

HTH
wolfgang

Es gab erst vor kurzem eine Diskussion über die Ansagen an Abfahrten. In Nordeutschland hat man oft am Ende von Autobahnabfahrten die ausgeschilderte Richtung angegeben. Klassische Beispiele in Hamburg waren zum Beispiel der Flughafen, Norderstedt oder ähnliches. Selbst hier sind wir aber davon abgekommen. Es sieht zwar auf den ersten Blick nett aus, aber effektiv hat es keinen Mehrwert. Ansagen mit rechts/links abbiegen/halten bekommt man ja unabhängig davon. Und genau das sollte es ja sein.

In der Theorie wäre Dein Vorschlag aber auch nur lösbar in dem man zusätzliche Nodes oder gar Segmente einbaut. Zum einen verlangsamt das die Routenberechnung und bei zusätzlichen Segmenten verstößt man auch gegen das KISS-Prinzip. Darüber hinaus kostet auch jeder Namenswechsel wieder ein Stückchen mehr Zeit in der Routenberechnung.

Was ich allerdings nicht verschweigen möchte dass es Ausnahmefälle (nicht generelle Ausnahmen) gibt. Dazu gehören Wayfindersegmente an komplexen Verzweigungen und komplexe Kreisverkehre.

Ist schon ein bischen älter, aber: Waze hat in Aussicht gestellt, dass es dafür künftig eine “ordentliche” Lösung gibt, so dass es möglich sein wird Ansagen an wichtigen und großen Kreuzungen vom Straßennamen abzukoppeln. Ein ETA gibt es dafür aber noch nicht, und “Soon” ist aus offiziellen Ankündigungen gestrichen. Aber es kommt etwas.

Der Haken an Wayfindern: Wenn Du eine Straße kontinuierlich mit gleichem Namen benennst, kapiert Waze dass es sich um eine zusammengehörige Straße handelt, und dass ein Verlassen der gleich benannten Strecke vom Fahrer als “unsinnig” empfunden wird. Beispiele wären große Kreuzungen, wo Waze dich rechts abbiegen lässt, dann nach 80m einen U-turn macht und dann wieder rechts aus der Kreuzung raus will, in der Hoffnung 20s zu sparen. Wenn Du Wayfinder einziehst, verliert Waze häufig das Verständnis für “Geradeaus” und die Wahrscheinlichkeit solcher Mätzchen steigt.

Darum Wayfinder bitte nicht ohne Rücksprache mit erfahrenen Editoren einziehen - es ist ja fast immer ein CM/Champ online. Wir nützen übrigens alle das WME Chat Addon-Script, so dass man mich z.B. mit “@top_gun_de?” rausklingeln kann. Das Chatfenster kriegt dann bei mir einen roten Balken.

Ciao,

Detlev

Ciao,

Detlev